
SPD-Kreisvorsitzende Edith Bayersdorfer überreicht Gerhard Gröner die Ehrenurkunde
In einer Feierstunde in der Neustädter Bühne im Torhaus ernannte die SPD-Kreisvorsitzende Edith Bayersdorfer Gerhard Gröner zum Dank für seine langjährige und uneigennützige Arbeit im SPD-Kreisverband zum Ehrenvorsitzenden des Kreisverbands.
Zahlreiche Freunde gratulierten, darunter die Bezirksvorsitzende Christa Naaß (MdL), die Unterbezirksvorsitzende Marlene Rupprecht (MdB), Erster Bürgermeister Klaus Meier, Altbürgermeister Dr. Wolfgang Mück und viele andere. Aufgrund eines dringenden Krankenhausaufenthalts konnte Europaabgeordnete Lissy Gröner nur aus der Ferne ihre Glückwünsche übermitteln.

Gerhard Gröner bedankte sich: "Ich habe die Ehre!"
"Ich habe die Ehre.....
Euch alle begrüßen zu dürfen.
Danke fürs Kommen.
Danke für die Worte - ehrenhalber.
Ich hatte lange Jahre die Ehre ein Amt - ein politisches Amt - ein politisches Ehrenamt inne zu haben. Manche in der Gesellschaft meinten, das sei mit hohen Verdiensten verbunden, weil anderes nicht in ihre oberflächlichen und voller Vorurteile bestehenden Vorstellungen passte, und sie es nicht glauben konnten oder wollten, dass man das nur ehrenhalber macht, ohne Zuwendungen, aber mit Verantwortung.
Vorstände von Gesangs-, Sport- , Schützen-, Heimat-, Gartenbau-, und andere Vereine bekommen verdienter Maßen nach langjähriger ehrenamtlichere Tätigkeit öffentliche Auszeichnungen. Doch wie sieht es bei ehramtlicher politischer – parteipolitischer - Tätigkeit aus?
Nach wie vor lebt demokratische Politik von den vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten in demokratischen Parteien. Hier findet die „Vorklärung“ statt, das geht nicht immer einig. Ohne diese ist die Organisation des Zusammenlebens, die Kunst des Machbaren nicht möglich. Das ist Politik.
Von bestimmten Seiten, bei denen man keinen starken Staat wünscht, wird vieles getan, damit Politik einen schlechten Ruf hat. Dies ist populistisch, aber trotzdem schädlich. Das schadet der Demokratie - und wir sollten alles dagegen tun. Gerade sozialdemokratische Politik muss sich ständig gegen Verleumdungen wehren.
Es wird mir auch weiterhin eine Ehre sein, auf den demokratischen Sozialismus als eine wirklich gute Form des politischen Zusammenlebens hinzuweisen. Das hat die Geschichte erwiesen, und wird die Zukunft zeigen. Hier ein Zitat eines berühmten Menschen dazu:
"Der Mensch ist gleichzeitig ein Einzel- und ein Sozialwesen. Als ein Einzelwesen versucht er, seine eigene Existenz und die derjenigen Menschen zu schützen, die ihm am nächsten sind sowie seine Bedürfnisse zu befriedigen und seine angeborenen Fähigkeiten zu entwickeln. Als ein Sozialwesen versucht er, die Anerkennung und Zuneigung seiner Mitmenschen zu gewinnen, ihre Leidenschaften zu teilen, sie in ihren Sorgen zu trösten und ihre Lebensumstände zu verbessern. Allein die Existenz dieser vielseitigen, häufig widerstreitenden Bestrebungen macht den speziellen Charakter des Menschen aus, und die jeweilige Kombination bestimmt, inwieweit ein Individuum sein inneres Gleichgewicht erreichen und damit etwas zum Wohl der Gesellschaft beitragen kann."
Wer am Ende meiner Rede sagen kann, von wem dies stammt, bekommt von mir eine Flasche Wein. (Wolfgang: Ruhe bitte!)
Es geht noch lange weiter. Der Mensch wird als soziales Individuum gesehen. Deshalb ist es wichtig, momentanen Entwicklungen, die unter Freiheit bezeichnet werden, aber in Wirklichkeit nichts anderes als blanker Egoismus sind, entgegenzuwirken. Es wird mir auch weiterhin eine Ehre sein, dabei mitzuhelfen - z.B. darauf hinzuweisen, dass Freiheit und Gerechtigkeit nur dann wirklich werden, wenn jeder auch Eigendisziplin übt!
Mich ärgert es, wenn in Neustadt, wo man aus Machterhaltungsgründen im Stadtrat populistisch gedealt hat und deshalb die Bürger dagegen demonstriert haben, die Demonstranten beschimpft werden. Vor kurzen war ich im Bundespresseamt in Berlin. Da bekam ich eine Mappe in die Hand, eine Zusammenstellung der Tagespresse für Regierende und Abgeordnete. Dort konnte man schon beim hineinschauen Schlagzeilen erkennen, die populistisch waren und bei näherer Betrachtung von geringen Wahrheitsgehalt. Auf solche Meinungsmache müssen unsere Politiker reagieren, statt sinnvoll agieren zu können!
Auch die Pressefreiheit kann nur erhalten werden, wenn in der Medienwelt wieder mehr Eigendisziplin geübt wird!
Bis auf ¼ Jahr als nachgerückter Kreisrat ist es mir nie gelungen, Mandatsträger zu sein. Landtagsabgeordneter hätte ich schon mal gerne werden wollen. Es kam aber anders. So durfte ich ehrenamtlich dafür arbeiten, Mandate mit zu erringen. Das gelang mir auch. Ein klein bisschen bin ich auch stolz darauf, dass es in meiner Amtszeit gelang die Stimmenanteile der SPD im Kreis auf 30% zu bekommen.
Jetzt habt ihr mich zum Ehrenvorsitzenden gemacht.
Danke - ich nehme die Ehre an!
Ich werde die Ehre haben, auch in Zukunft den Mund aufzumachen, auf Fehlentwicklungen hinzuweisen und meine Meinung zu sagen.
Ich muss ja nicht wiedergewählt zu werden!
Danke!"
(Die Flasche Wein gewann übrigens der Markt Erlbacher Altbürgermeister Peter Rudolph. Das Zitat stammt von Albert Einstein aus seinem Essay "Warum Sozialismus" 1949.)