Risiko verlängern? Sag Nein!

Umwelt

„Risiko verlängern? Sag nein!“ steht neben schwarz-gelben Warnsymbolen auf den Plakaten am Infostand auf dem Neustädter Marktplatz, darüber wehen die gelben Fahnen mit der roten Sonne der Anti-Atomkraft-Bewegung. Einige Passanten kommentieren die Thematik: „Das hatten wir doch schon vor 20 Jahren!“ Steffi Kliem und ihre Mitstreiter des SPD-Kreisverbands antworten, anscheinend sei es aber trotz jahrzehntelanger Bemühungen noch immer nötig, für eine Energiewende zu kämpfen.

Die vereinzelte Argumentation, die Atomkraft würde schließlich als „Brückentechnologie“ gebraucht, bis ökologische Alternativen zur Verfügung stünden, entkräftet der angehende Elektromeister Marco Knoll: „Die Brücke ist inzwischen so alt, dass sie selbst schon wieder baufällig ist. Die Umgehung ist längst da.“ So lange an der altersschwachen „Brücke“ weiter geflickt werde, würden Investitionen in die zukunftsfähige Umgehung blockiert und deren Ausbau behindert. Entsprechende Technologie für die Stromerzeugung steht bereits ausreichend zur Verfügung: Windkraft, Solarenergie oder Biomasse-Verwertung. Dies führt zu einer dezentralen Energieversorgung aus verschiedenen Quellen, an der sich die Bürger selbst beteiligen könnten, statt sich dem Preis- und Versorgungsdiktat der Energiekonzerne zu unterwerfen. SPD-Kreisvorsitzende Corinna Gräßel macht die Abhängigkeit der Bürger deutlich: "Viele Menschen sehen nicht mehr ein, weshalb sie statt ökologischer Alternativen weiterhin die Millionen-Gewinne finanzieren sollten, die die Stromkonzerne aus den längst abgeschriebenen Atommeilern ziehen. Zudem müssen die Bürger auch noch die Lagerung des Atommülls zahlen, den die Konzerne der Allgemeinheit überlassen. Ein Entsorgungskonzept ist noch immer nicht in Sicht. Im Gegenteil hat die Situation im überfluteten Lager Asse gezeigt, dass nicht einmal für wenige Jahrzehnte eine sichere Lagerung des strahlenden Abfalls möglich ist, weshalb die Fässer und Container dort nun wieder geborgen werden müssen."

Zum bundesweiten Aktionstag am Samstag 24. April gegen den von der Bundesregierung vorgesehenen Weiterbetrieb der Kernkraftwerke rufen die Sozialdemokraten auf, sich an den Aktionen für einen Atom-Ausstieg zu beteiligen. Gräßel: „Uns liegt von den großen Aktionen die Menschenkette um das Atomkraftwerk Biblis in Südhessen am nächsten. Biblis A ist der älteste Reaktor in Deutschland. Deshalb organisieren wir am 24. April einen Bus von Neustadt nach Biblis.“ Interessenten können sich mit Name, Adresse, Telefon und E-Mail bei Corinna Gräßel anmelden (T: 0170-3104384, corinna.graessel(at)spd-nea.de). Der Grundbeitrag der Teilnehmer für die Fahrt beträgt 10 Euro. Da dies nicht kostendeckend ist, werden alle, die es sich leisten können, gebeten, durch einen höheren Beitrag nach eigenem Ermessen den Sozialticket-Preis mit zu finanzieren. Der bundesweite Aktionstag erinnert an den Jahrestag des Reaktorunfalls von Tschernobyl 1986, wo Sicherheitsmängel und Bedienfehler zu einer Kernschmelze geführt hatten und in der Folge große Teile Europas von radioaktivem Niederschlag betroffen waren.

 
 

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